2. Schwyzer Naturjuuzkonzert vom 25. Mai 2008


Bericht von Karl Sigrist

Der Jodlerklub Echo vom Mythen Schwyz organisierte anlässlich seines 80. Geburtstages ein Naturjuuz-Konzert mit 7 Gastklubs aus Regionen, in welchen die Tradition des Naturjodels noch lebendig gepflegt wird. So vertrat das Berneroberland der Jodlerklub St. Stephan. Obwalden wurde vom Jodlerklub Giswil repräsentiert, während das Echo vom Pilatus Hergiswil, Nidwaldner Eigenarten zum Besten gab. Männertreu Nesslau-Neu St. Johann wiederum überzeugte mit seinen Toggenburger Weisen und das Jodlerchörli Urnäsch am Säntis vertrat mit stimmungsvollen Zäuerli das Appenzell. Die 3 Schwyzerklubs Illgau, Muotathal und der Gastgeber zeigten den Besuchern, wie unterschiedlich auf kleinem Raum gleiche Melodien verschieden interpretiert werden können.

Jodlerklub Echo vom Mythen am Naturjuuzkonzert

Der Gastgeber eröffnete den stimmungsvollen Tag mit der Schwyzer Natujuuz-Mäss, komponiert vom Schwyzer Musiker Otto Tschümperlin, in welcher er liturgische Lieder mit traditionellen Juuzteilen zusammenführt. Danach hielten die beiden Naturjuuz-Kenner Ueli Moor und Peter Betschart ein Kurzreferat über den Naturjuuz. Während Ueli schilderte, wie ihn seine Umgebung, seine Heimat, die Berge oder gar junge, spielende Gämslein, zu neuen Melodien inspirieren, fesselte Peter die Zuhörer mit seinem Wissen über die Urformen des Muotathalerjuuzes und zeigte auf, dass die Jodelklubs bereits in der Vergangenheit sehr viele Konzessionen an den Zeitgeschmack machten. Er endet mit einem Zitat von O.F. Schmalz, in welchem dieser bereits 1954 schon die Befürchtung äusserte, dass der Naturjodel seinen eigenen, erdigen Charakter verlieren wird.

Gesamtchor in der Kirche am Naturjuuzkonzert

Anschliessend konnten die Besucher wählen, ob sie die Vorträge der Klubs in der Stille der Kollegiumskirche geniessen möchten, oder doch lieber am Fusse der beiden Mythen in der freien Natur, wo der Naturjuuz eigentlich hingehörte. Die Freunde des Naturjuuzes kamen an beiden Orten auf ihre Kosten. Das Gesangsprogramm wurde umrahmt von Alphornklängen der Gebrüder Ruedi und Röbi Imlig, sowie in der Kirche von lüpfigen Volksmelodien gespielt vom Organisten Peter Fröhlich auf der einzigartigen Goll-Orgel.

Gesamtchor vor den Mythen am Naturjuuzkonzert

Wie sagte doch am Ende des Konzertes eine 16 jährige Helferin: „Jodeln ist nicht meine Musik, aber wenn man hört, wie diese Chöre von mehrheitlich urchigen Männern, wortlose Melodien vortragen, mal roh und ungeschliffen, dann sanft und präzise, da kriegt man Gänsehaut. Es war wunderschön.“